Montag, 29. Oktober 2007

Nix Neues...

...gibts diese Woche. Naja, fast nix. Es passiert ja immer ein bisschen was so im Alltag in Santiago!
Hier isses echt schon fast wärmer als im durchschnittlichen deutschen Sommer (zumindest zeitweise), dabei ist erst Ende Oktober. Wir sind dann mal so ein bisschen durch die Straßen geschlendert auf der Suche nach schönen und vor allem günstigen Sommersachen, da bei 20 kg Gepäck und vor allem der Notwendigkeit von Wintersachen nicht so viele Klamotten in unseren Schränken liegt. Wir haben tatsächlich sehr schöne kleine Läden gefunden, also wenn die Bafög-Nachzahlung irgendwann in absehbarer Zeit kommen sollte, könnte man sich 2-3 Kleidungsstücke leisten.
Am Freitag waren wir beim Friseur, auch sehr abenteuerlich (ich glaub bis abends um halb 11 saßen wir drin). 3 Mädels, ein Friseur aus Leidenschaft und dann gings los. Steffi hat Strähnchen bekommen, ich und Johanna haben uns die Haare wieder schön schneiden lassen (er war sehr entsetzt über meinen Schnitt, der wohl sehr ungleich war, was mir und auch anderen glücklicherweise nie so aufgefallen ist). Jetzt hab ich einen Schnitt von einem Fashionfriseur (er ist auch oft auf Fashionshows in der halben Welt unterwegs), der echt toll ist. Wir hätten einstimmig beschlossen, ihn mit nach Deutschland zu nehmen im Juli, aber das Mädel, das auch noch da war, hat lautsark protestiert!!!

Ja, und ansonsten is grad noch Lernen angesagt, morgen certamen in Administración de Recursos Humanos und am Mittwoch Marketing I. Dann sind erstmal Donnerstag und Freitag Feiertag. Wir werden Freitag und Samstag nach Va del Mar und Valparaiso fahren und am Sonntag auf ein Konzert mit Travis, The Killers und Starsailor hier in Santiago gehen. Freu mich schon total!!!

Das wars mal wieder, ich muss jetzt noch ein bisschen was für die Uni tun!

Samstag, 20. Oktober 2007

und schon is wieder Samstag

Was war denn diese Woche schon wieder los? Die Zeit vergeht immer schneller. Eigentlich ist glaub ich gar nichts wirklich aufregendes passiert.
Wir haben mal wieder mit unseren Profs gesprochen, wie wir am Besten diese Kurse bestehen, und wie immer war die Standardantwort: "No se preocupen, tranquilo! a ver!" Super, natürlich mach ich mir Sorgen, wenn ich bis jetzt so gut wie nix bestanden habe. Aber den Ratschlag nehm ich natürlich sehr gerne an ;-)! Ist es beruhigend, wenn ein Großteil der Chilenen auch nicht viel besser ist? Die haben sicherlich keine Probleme mit der Sprache! Aber immerhin sind wir hier wohl ein einer recht guten Privatuni, is glaub ich eine der besten Chiles für das Masterprogramm.

Am Donnerstag waren wir in einer Salsabar in Bellavista, endlich mal. Das war super, Steffi und ich haben beschlossen, wir machen einen Salsakurs. Müssen wir mal schauen, wo wir den machen, entweder mit Johanna und ihrem Mitbewohner in seiner Uni oder in ner Salsabar. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Das Problem dabei ist auch, dass man für diese Kurse mit Tanzpartner kommen sollte, mal sehen, ob sich jemand findet!

Heute waren Steffi und ich mal bei schönem Wetter unterwegs auf dem Cerro Santa Lucía, leider wurde es mittags wieder ein wenig smogig, aber wir hatten trotzdem einen herrlichen Blick über die Stadt bis zu den Bergen.

Cerro Santa Lucía


Es ist jetzt schon ganz schön schwülwarm, bin mal sehr gespannt, wie das dann im Sommer so wird.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Die Zeit vergeht sooo schnell

Endlich habe ich die Bilder vom zweiten Teil der Reise hochgeladen, sind im Fotoalbum (rechts auf "Bilder" klicken).

Sonst war die letzte Woche ganz spaßig. In der Uni war ein bisschen was zu tun, in Recursos Humanso mussten wir noch ein control fertig machen, was wir netterweise wieder zu Hause machen durften, und eine Präsentation machen, die wir glücklicherweise aber nicht halten mussten (wär allerdings nicht schwer gewesen, ablesen wie die Chilenen können wir auch noch). In Marketing I haben wir mal wieder ein control geschrieben, man darf gespannt sein!
Am Donnerstag war ich mit Steffi in der Mall, endlich mal shoppen, also halt ansatzweise. Da meine erste Jeans gerade dabei ist, sich in ihre Einzelteile aufzulösen und ich in San Pedro oder so meine Uhr verloren hatte, musste ich notgedrungen einkaufen gehen ;-). Ich war auch sehr erfolgreich, ich habe tatsächlich eine Jeans gefunden, sogar verhältnismäßig günstig (bei Esprit *g*), eine Uhr und diversen Kleinkram, den man so braucht, aber ich habe es insgesamt tatsächlich geschafft, einiges unter meinem Limit zu bleiben!!!

Am Samstag haben wir einen sehr schönen Ausflug in einen Nationalpark (Parque Naturaleza) gemacht, leider war das Wetter nicht so toll, es war etwas kühl. Wir haben gegrillt und einen netten Spaziergang gemacht. Auf dem Heimweg hat uns Nato, ein Freund von Steffi, noch mit dem Auto durch Stadtteile gefahren, wo man normalerweise nicht hinkommt und wir hatten einen supertollen Blick auf Santiago, eigentlich ist die Stadt echt schön, es kommt immer auf den Blickwinkel an!!!

Abends sind wir noch ins Kino gegangen und dann noch was trinken, also ein schöner Tag! Zum Glück hat uns Nato im Kino gesagt, dass Zeitumstellung war wir wären sonst heute wahrscheinlich alle zu spät zur Uni gekommen! Also sind es jetzt nur noch 5h Zeitunterschied zu Deutschland (zumindest für 2 Wochen, dann sinds nur noch 4).
Am Sonntag sind Steffi und ich mal wieder ins Zentrum gefahren, wir wollten uns eine Fotoaustellung anschauen (irgendwelche besten Fotos von irgendwas). Die Bilder waren größtenteils toll und die location war super, ein alter Bahnhof, aber die Chilenen und Kunst - geht gar nicht!!! Die müssen noch viel lernen! Auf jeden Fall wars im Zentrum ganz schön, vor allem dann der Kaffee und die Donuts bei Dunkin Donuts ;-)!

Sonntag, 7. Oktober 2007

Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, die Fotos von unserer Reise zusammenszusammeln, shame on me.
Die letzte Woche war relativ unspektakulär. In Marketing I musste ich eine Präsentation mit zwei Chilenen machen über "Politicas de Precio". Gruppenarbeiten sind hier so 'ne Sache. Man setzt sich einen Tag vor der Präsentation 1.5h in den Computerraum, sucht irgendwas, was zu dem Thema passt (außer dem Thema selbst hat man ja keine Angaben), macht ne Powerpoint mit möglichst quietschenden Farben und vielleicht sogar noch ein paar Effekten und trägt dann halt was vor. Zum Glück durfte ich auf Englisch vortragen, hat dann relativ gut geklappt.
In Administración de Recursos Humanos haben wir einen Film angeschaut, muy loca!!! Den Sinn des Filmes hab ich bis zum Ende nicht verstanden, danach gabs ein kleines Control über intelegencia cultural, aber nachdem wir Deutsche alle am Ende noch nicht fertig waren, hat uns La Profe vorgeschlagen, wir könnten das doch zu Hause fertig machen! Und eine Präsentation müssen wir auch bis nächstes Mal machen. Eigentlich nicht schwer. 10 kleine Fälle zum Thema Arbeitsrecht und wir sollen alle mit Hilfe des Código del Trabajo beantworten und einen davon ausarbeiten mit Powerpoint. Allerdings ist es ja schon nicht einfach, deutsche Gesetzestexte zu verstehen.

Das Highlight dieser Woche war Donnerstag, als ich mit Annika gekocht habe. Mhmmmm, war das lecker. Allerdings haben wir im Supermarkt so viel bezahlt, dass wir fast ins Restaurant gehen könnten. Es gab eine Hühnergemüsebrühe mit Flädle, Hühergeschnetzeltes (Pute haben wir nicht gefunden) mit Kartoffelpurree und als Nachspeise Bananenpfannkuchen mit Banane und Schokosoße und Palmhonig.

Am Freitag war dann das groß angekündigte Treffen der Austauschstudenten im Park mit Asado. Zuerst gabs ein paar Spielchen wie Sackhüpfen, Schubkarrenrennen, Tauziehen, Rugby mit zwei Basketbällen ohne Regeln, Dart und zum Schluss noch am Klettergurt mit Karabiner an einem Seil "über einen Fluss ziehen". Alles natürlich auf Zeit. Dann gabs eindlich was zu Essen (weswegen wir ja eigentlich da waren): Churripan, Cheeseburger und natürlich Pisco Sour und Bier. War also ein ganz witziger Nachmittag, allerdings hab ich jetzt Muskelkater, ich sollte mich doch ab und zu mal etwas bewegen.
Im Jumbo, ein riesen Supermarkt, gibts zur Zeit extra eine Deutsche Ecke, zur Feier der Deutschen Einheit (wie uns die Dame in ner Art Dirndl versucht hat, auf Deutsch zu erklären). Da gibts die ganzen leckeren Sachen, die man sonst auch irgendwo findet (Backmischungen, Fertigmilchreis, Milka- und Rittersportschoki, Doppelkeks, Müsli, ...). Ich hab mir natürlich gleich mal ne Milkavollmilchschokolade gekauft, aber die schmeckt gar nicht so gute wie daheim. War ja klar!

Montag, 1. Oktober 2007

Die erste große Reise Teil 1

Endlich war es soweit, der wirkliche Grund, wieso ich das Auslandsjahr weit weg verbringen wollte: Reisen bis zum Umfallen!!! Dazu boten sich die Ferien zum Nationalfeiertag natürlich an. Am 11. und 12.09. hatten wir noch die ersten Certamenes, wovon wir eines zu Hause machen durften und bis Freitag abgeben mussten. Also am Donnerstag schnell (mehr oder weniger) noch das für Recursos Humanos gemacht, 2 Stunden Fahrt auf uns genommen und dann gings los. Um 23.10 Uhr ging der Bus nach La Serena.
Schon so eine Sache, so ein Nachtbus, aber spart halt doch eine Übernachtung. Morgens um halb sechs waren wir dann in La Serena und warteten noch auf Johanna und Hannes, die den Bus 20 Minuten später genommen haben, allerdings ca 45 Minuten später ankamen. In der Zeit hatten wir schon ein Hostel organisiert, was relativ einfach war, weil man schon von Leuten empfangen wird, die einem Unterkünfte anbieten.
Nachdem wir erstmal 2 Stunden Schlaf nachgeholt hatten, gings los: der erste Tag war recht ruhig, wir haben einen Spaziergang zum Strand gemacht, sind ein wenig durch die Straßen gelaufen und haben den besten Anbieter für die Fahrt zum Reserva Nacional Pingüino de Humboldt gesucht.
Am nächsten Morgen um 8 gings los. Allein die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis, erst am Pazifik entlang durch die Wüste vorbei an ein paar Ziegen und kleinen Dörfchen, die erst seit kurzem Telefonanschluss haben bis in das Reservat. Von dort aus gings auf dem Wasser weiter in einer Art Nussschale ca. 2 Stunden um die Isla Choros. Auf den Felsen sonnten sich Seelöwen, Pelikane und andere Vögel, im Wasser haben wir Robben gesehen und das Highlight waren natürlich die Pinguine! Auf der Isla Damas hatten wir ca. eine Stunde Aufenthalt. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte man die beiden Strände beinahe mit der Karibik verwechseln können. Danach gings wieder ca 30 Minuten im Boot zurück. Auf dem Rückweg wartete noch ein superleckeres Essen in einem typischen Restaurant auf uns. Vorspeise, wen wundert's, Empanadas mit Käse und Shrimp, Hauptspeise Fisch und Nachspeise Eis.
Um 18 Uhr waren wir wieder in La Serena. Christian und Axel waren morgens schon weiter nach Vicuña gefahren und hatten schon das Abendprogramm und Hostel organisiert. Abendessen gabs in einem schönen Restaurant, quasi im Separé ;-) und danach stand das Observatorium Mamalluca auf dem Programm. Es war ein bisschen kalt da oben, aber der Sternenhimmel war der Wahnsinn! Der Guide, der uns die Sterne und Planeten erklärte ist ein absoluter Freak, er hat uns in den zwei Stunden so mit Wissen und Sternbildern überschüttet, dass ich leider nicht mehr allzuviel weiß, aber es war sehr schön. Am nächsten Tag wollten wir ausschlafen, Sterneschauen ging so ca bis halb 2. Um halb elf haben wir erfahren, dass wir bis 11 aus den Zimmern sein müssen, also ging dann alles sehr schnell und wir sind mittags nach Pisco Elqui gefahren. Aus dem Valle del Elqui kommt der Pisco her! Aber leider war dieser Tag, bis auf die landschaftlich sehr schöne Fahrt, nicht so der Hit. Wir hatten nicht bedacht, dass vielleicht wegen Nationalfeiertag und Party und so die Hostels ausgebucht sein könnten.
Immerhin haben wir noch eine sehr schäbige Absteige gefunden, weil uns ein Brasilianer auf der Straße angesprochen hat. Er hatte ein Zimmer, allerdings vermietete die ältere Dame das 5er-Zimmer nur komplett, er war aber alleine, also haben wir zu 7 in dem Zimmer geschlafen, waren abends noch etwas weg und sind am nächsten Morgen ganz bald und ohne Duschen wieder gegangen. Der Ort selbst ist sehr schön und relaxt, also müssen wir vielleicht noch einen zweiten Trip dorthin starten, wenn nicht so viel los ist.
Am nächsten Morgen hat sich unsere Gruppe dann aufgeteilt. Steffi, Johanna und Hannes sind nach La Serena und weiter wieder Richtung Santiago, Christian, Axel und ich sind wieder nach Vica gefahren, wo Jan nachmittags aus Santiago nachkam. Dort legten wir 2 ruhige Tage mit Hängematteliegen, Internetcafés und kleinen Spaziergängen bzw. eine kleine Mountainbiketour mit Besichtigung einer Piscobrennerei und einem etwas außergewöhnlichen Restaurant ein. Die Lage war etwas oberhalb, weshalb die Fahrt auch ein wenig anstrengend war, aber es hat sich sehr gelohnt. In dem Restaurant wird mit Sonne und Spiegeln gekocht, etwas kompliziert zu erklären, aber das Fleisch war sehr lecker. Ich hab Vicuña gegessen, das is so eine Art Lama in kleiner und schmeckt irgendwie anders, am ehesten zu vergleichen mit Lamm.
Die Rückfahrt war dann etwas abenteuerlich, die Jungs hatten einen Weg entdeckt, der etwas einem ausgetrockneten Flussbett ähnelte, aber keins war. Also wurden die Mountainbikes ein bisschen herausgefordert. Nach einer kleinen Pause am Fluss hatte Christian dann auch noch einen Platten, der aber fachmännisch sehr schnell repariert wurde (wir hatten ja zwei Ersatzschläuche und eine Pumpe dabei).

Abends kamen dann Yanik und seine Berliner Freunde an und wir sind noch auf eine Party gegangen (die ja im ganzen Lande wegen des Nationalfeiertags stattfanden). War sehr interessant, der D.J. rief ständig irgendwelche Parolen in die Menge, war sehr nervenaufreibend und die Jungs waren irgendwann umringt von chilenischen Mädels, Durchschnittsalter 16. Erinnerte ein bisschen an exotische Tiere im Zoo. Um 3 waren wir dann auch schon in unseren Betten.

Am Mittwoch war dann die große Fahrt erst nach La Serena und abends nach San Pedro de Atacama.
In La Serena musste ich mich erst noch auf die Suche nach einem Badeanzug machen, weil wir ja in San Pedro unbedingt eine Tour zu den Tatio Geysiren machen wollten, in der auch ein Bad in einer heißen Quelle auf 4300m vorgesehen ist, das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ich habe tatsächlich einen gefunden, so einen sexy Speedo Sportbadeanzug ;-). Aber außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen, ich hatte ja keine Auswahl, also wurde das Teil gekauft!

Vor der Fahrt nach San Pedro um 21.35 Uhr haben wir noch ein kleines Kart-Rennen veranstaltet. Am Busbahnhof war eine Kartbahn aufgebaut und wir hatten noch Zeit. Das war schon sehr lustig :-).

Das war der erste Teil der Reise, der zweite folgt, wenn ich die Bilder dazu habe...

Hier erstmal die ersten (zur Galerie aufs Bild klicken):

Der nördliche Teil Chiles Teil 1