Endlich war es soweit, der wirkliche Grund, wieso ich das Auslandsjahr weit weg verbringen wollte: Reisen bis zum Umfallen!!! Dazu boten sich die Ferien zum Nationalfeiertag natürlich an. Am 11. und 12.09. hatten wir noch die ersten Certamenes, wovon wir eines zu Hause machen durften und bis Freitag abgeben mussten. Also am Donnerstag schnell (mehr oder weniger) noch das für Recursos Humanos gemacht, 2 Stunden Fahrt auf uns genommen und dann gings los. Um 23.10 Uhr ging der Bus nach La Serena.
Schon so eine Sache, so ein Nachtbus, aber spart halt doch eine Übernachtung. Morgens um halb sechs waren wir dann in La Serena und warteten noch auf Johanna und Hannes, die den Bus 20 Minuten später genommen haben, allerdings ca 45 Minuten später ankamen. In der Zeit hatten wir schon ein Hostel organisiert, was relativ einfach war, weil man schon von Leuten empfangen wird, die einem Unterkünfte anbieten.
Nachdem wir erstmal 2 Stunden Schlaf nachgeholt hatten, gings los: der erste Tag war recht ruhig, wir haben einen Spaziergang zum Strand gemacht, sind ein wenig durch die Straßen gelaufen und haben den besten Anbieter für die Fahrt zum Reserva Nacional Pingüino de Humboldt gesucht.
Am nächsten Morgen um 8 gings los. Allein die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis, erst am Pazifik entlang durch die Wüste vorbei an ein paar Ziegen und kleinen Dörfchen, die erst seit kurzem Telefonanschluss haben bis in das Reservat. Von dort aus gings auf dem Wasser weiter in einer Art Nussschale ca. 2 Stunden um die Isla Choros. Auf den Felsen sonnten sich Seelöwen, Pelikane und andere Vögel, im Wasser haben wir Robben gesehen und das Highlight waren natürlich die Pinguine! Auf der Isla Damas hatten wir ca. eine Stunde Aufenthalt. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte man die beiden Strände beinahe mit der Karibik verwechseln können. Danach gings wieder ca 30 Minuten im Boot zurück. Auf dem Rückweg wartete noch ein superleckeres Essen in einem typischen Restaurant auf uns. Vorspeise, wen wundert's, Empanadas mit Käse und Shrimp, Hauptspeise Fisch und Nachspeise Eis.
Um 18 Uhr waren wir wieder in La Serena. Christian und Axel waren morgens schon weiter nach Vicuña gefahren und hatten schon das Abendprogramm und Hostel organisiert. Abendessen gabs in einem schönen Restaurant, quasi im Separé ;-) und danach stand das Observatorium Mamalluca auf dem Programm. Es war ein bisschen kalt da oben, aber der Sternenhimmel war der Wahnsinn! Der Guide, der uns die Sterne und Planeten erklärte ist ein absoluter Freak, er hat uns in den zwei Stunden so mit Wissen und Sternbildern überschüttet, dass ich leider nicht mehr allzuviel weiß, aber es war sehr schön. Am nächsten Tag wollten wir ausschlafen, Sterneschauen ging so ca bis halb 2. Um halb elf haben wir erfahren, dass wir bis 11 aus den Zimmern sein müssen, also ging dann alles sehr schnell und wir sind mittags nach Pisco Elqui gefahren. Aus dem Valle del Elqui kommt der Pisco her! Aber leider war dieser Tag, bis auf die landschaftlich sehr schöne Fahrt, nicht so der Hit. Wir hatten nicht bedacht, dass vielleicht wegen Nationalfeiertag und Party und so die Hostels ausgebucht sein könnten.
Immerhin haben wir noch eine sehr schäbige Absteige gefunden, weil uns ein Brasilianer auf der Straße angesprochen hat. Er hatte ein Zimmer, allerdings vermietete die ältere Dame das 5er-Zimmer nur komplett, er war aber alleine, also haben wir zu 7 in dem Zimmer geschlafen, waren abends noch etwas weg und sind am nächsten Morgen ganz bald und ohne Duschen wieder gegangen. Der Ort selbst ist sehr schön und relaxt, also müssen wir vielleicht noch einen zweiten Trip dorthin starten, wenn nicht so viel los ist.
Am nächsten Morgen hat sich unsere Gruppe dann aufgeteilt. Steffi, Johanna und Hannes sind nach La Serena und weiter wieder Richtung Santiago, Christian, Axel und ich sind wieder nach Vicuña gefahren, wo Jan nachmittags aus Santiago nachkam. Dort legten wir 2 ruhige Tage mit Hängematteliegen, Internetcafés und kleinen Spaziergängen bzw. eine kleine Mountainbiketour mit Besichtigung einer Piscobrennerei und einem etwas außergewöhnlichen Restaurant ein. Die Lage war etwas oberhalb, weshalb die Fahrt auch ein wenig anstrengend war, aber es hat sich sehr gelohnt. In dem Restaurant wird mit Sonne und Spiegeln gekocht, etwas kompliziert zu erklären, aber das Fleisch war sehr lecker. Ich hab Vicuña gegessen, das is so eine Art Lama in kleiner und schmeckt irgendwie anders, am ehesten zu vergleichen mit Lamm.
Die Rückfahrt war dann etwas abenteuerlich, die Jungs hatten einen Weg entdeckt, der etwas einem ausgetrockneten Flussbett ähnelte, aber keins war. Also wurden die Mountainbikes ein bisschen herausgefordert. Nach einer kleinen Pause am Fluss hatte Christian dann auch noch einen Platten, der aber fachmännisch sehr schnell repariert wurde (wir hatten ja zwei Ersatzschläuche und eine Pumpe dabei).
Abends kamen dann Yanik und seine Berliner Freunde an und wir sind noch auf eine Party gegangen (die ja im ganzen Lande wegen des Nationalfeiertags stattfanden). War sehr interessant, der D.J. rief ständig irgendwelche Parolen in die Menge, war sehr nervenaufreibend und die Jungs waren irgendwann umringt von chilenischen Mädels, Durchschnittsalter 16. Erinnerte ein bisschen an exotische Tiere im Zoo. Um 3 waren wir dann auch schon in unseren Betten.
Am Mittwoch war dann die große Fahrt erst nach La Serena und abends nach San Pedro de Atacama.
In La Serena musste ich mich erst noch auf die Suche nach einem Badeanzug machen, weil wir ja in San Pedro unbedingt eine Tour zu den Tatio Geysiren machen wollten, in der auch ein Bad in einer heißen Quelle auf 4300m vorgesehen ist, das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ich habe tatsächlich einen gefunden, so einen sexy Speedo Sportbadeanzug ;-). Aber außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen, ich hatte ja keine Auswahl, also wurde das Teil gekauft!
Vor der Fahrt nach San Pedro um 21.35 Uhr haben wir noch ein kleines Kart-Rennen veranstaltet. Am Busbahnhof war eine Kartbahn aufgebaut und wir hatten noch Zeit. Das war schon sehr lustig :-).
Das war der erste Teil der Reise, der zweite folgt, wenn ich die Bilder dazu habe...
Hier erstmal die ersten (zur Galerie aufs Bild klicken):