Mittwoch, 2. Juli 2008

De vuelta en Alemania

So schnell geht das dann doch, die letzten Klausuren, die letzten Male Weggehen, die teilweise schweren Abschiede und schon sitz ich wieder im alten Trott daheim...
Klar ist es schön, wieder in der gewohnten Umgebung bei Familie und Freunden mit guter und frischer Luft zu sein, aber ein Jahr so weit weg prägt doch, und zum Schluss haben wir so tolle Menschen und gute Freunde kennengelernt. Komisches Gefühl, wenn man in den Flieger steigt und nicht weiß ob und wann man diese tollen Leute und das Land wiedersieht...
Die letzten Tage haben wir das Nachtleben noch ausgiebig ausgekostet, nebenher die letzten Abschlussexamen geschrieben und alles nochmal ein letztes Mal genossen.
Im Flieger haben wirs uns dann gutgehen lassen, mit einem leckeren Wein zum Essen (werd ich nie verstehen, wieso die auf dem Flug von Chile australischen Rotwein haben).
Eigentlich hat mich der Abschiedsschmerz so richtig erst im Landeanflug auf München gepackt, als ich alleine war, weil Steffi in Zürich ja nach Nürnberg weitergeflogen ist.
Mama und Papa haben mich dann vom Flughafen abgeholt und auf der Heimfahrt (vorher musste ich aber erst meine Winterklamotten gegen leichte Schuhe und T-Shirt tauschen) gab es gleich mal ein Kilo frische Erdbeeren (die ich fast komplett alleine gegessen habe) und Spargel fürs Abendessen...
Also essenstechnisch habe ich mich schon sehr schnell wieder an Daheim gewöhnt, aber alles andere wird noch eine Weile dauern.
Rückblickend war es wohl das aufregendste Jahr, ich habe viel erlebt, viel gelernt (mehr fürs Leben als für die Uni) und tolle Menschen getroffen...
Und jetzt sitz ich wieder in Bamberg, sollte lernen und weiß noch gar nicht, wie ich die nächste Zeit ohne die wöchentlichen Abenteuer überstehen soll.

Samstag, 7. Juni 2008

Noch drei Wochen

2008_06_06



Irgendwie spielt das Wetter momentan ein wenig verrückt, mal ist es a...kalt (vor allem in der Wohnung), dann regnet es, dass das Wasser entweder durch die Lampe oder durch den Dunstabzug in die Küche kommt, und dann gibt es Tage wie heute, an denen es echt wieder schön warm ist und an Frühlingsanfang erinnert.
Ansonsten versuch ich grad die letzten drei Wochen hier zu genießen und die ganzen Dinge zum letzten Mal zu machen...

Sonntag, 25. Mai 2008

Countdown

Jetzt ist es schon ewig her, dass ich was geschrieben habe. Aber es ist auch nicht wirklich viel Spannendes passiert und die Uni hat uns ziemlich in Anspruch genommen. In Marketing wöchentlich wechselnd Präsentation und Control, Dirección de Empresas ca. alle 3 Wochen Präsentation, Desarrollo Organisación auch fast wöchentlich Controls und Planificación läuft so nebenher... Diese Woche sind die letzten Zwischenprüfungen und in einem Monat ist alles vorbei...

Abwechslung gabs dann durch gelegentliche Shoppingausflüge (was aber eher Windowshopping gleicht, da ja das Gepäck für den Rückflug immer noch auf 20kg begrenzt ist, und wir leider nicht mit Air France fliegen, die vor Kurzem das aufgegebene Gepäck auf 2x23kg erhöht hat) und Kochabende mit unseren japanischen Freunden.
Ja und DAS Highlight und zugleich quasi fast Abschluss dieses ereignisreichen Jahres war der Urlaub auf Rapa Nui (Osterinsel). Am 17. Mai sind Steffi und ich um 8 Uhr morgens in den Flieger auf die am weitesten isolierte Insel im Pazifik (gehört aber zu Chile) gestiegen und haben eine knappe Woche Erholung, Südseefeeling und die schönste aller Reisen genossen.
Wir wurden am Flughafen mit den typischen Blumenketten begrüßt und schon auf der Fahrt zur Unterkunft (stilvoll in einem fast schrottreifen VW Bus, aber saucool) hatten wir die ersten Mangos in der Hand.
Die Insel ist einfach der Wahnsinn, jegliche Beschreibung und jedes Foto reicht nur ansatzweise an die Realität. Auf der Insel leben ca. 4000 Menschen, die Preise sind sehr hoch (1,5l Wasser ca 2-3 €) und die Landschaft ist atemberaubend, wir sind glaub ich drei Tage nur mit offenem Mund rumgelaufen...
Wir hatten das Glück, dass der Cousin der Vermieterin uns zwei Tage mit seinem Pickup über die Insel kutschierte und uns alle mit dem Auto zugänglichen Ecken zeigte, sämtliche Moais, die über die ganze Insel verteilt sind, mehr oder weniger verwittert und wieder restauriert dank großzügiger Spenden der Japaner, Höhlen und Aussichtspunkte mit atemberaubenden Aussichten.
Ja und die Früchte, die dort wachsen, Paradies... Mango bis zum Umfallen, direkt vor unserer Tür, also zum Frühtück: Mangomarmelade, frische Mango und Mangosaft, nebenbei immer wieder den ganzen Tag Mango und abends Mangodaiquiry.... ach ja, und Bananen, auch frisch von der Staude, dann gabs noch Chirimoya und leider zu anderen Jahreszeiten Kokosnuss, Ananas und Papaya.
Das Klima ist subtropisch, deswegen brauchten wir uns um Temperaturen keine großen Sorgen machen, aber Mai ist der regenreichste Monat. Tja, aber wie heißts so schön? Wenn Engel reisen... und wir hatten, wie schon bei den vorigen Reisen, unverschämtes Glück, es hat nur zwei Mal geregnet und das auch nur ganz kurz, dafür ging an den ersten beiden Tagen ein sehr starker Wind. UND wir sind für eine Woche dem Megaregenwetter in Santiago entkommen. Es gab Hochwasser, Bäume sind in Metrostationen gestürzt und am Morgen, nachdem ich wieder heimkam, hatten wir Wasser in der Küche, kam durch die Lampe... sehr spannend, das Wasser ist noch in der Lampe, jemand zum Nachschauen kommt morgen.
Ja, aber da Bilder mehr als tausend Worte sagen...
Rapa Nui


Sonntag, 6. April 2008

Endlich Alltag

Mir fällt keine Überschrift ein, ich könnte vielleicht noch ein Magengeschwür hinzufügen, was letztes Mal noch gefehlt hat. Aber nein, eigentlich geht es mir ja inzwischen ganz gut. Ich habe eine Woche Durchfall überstanden, bin in den letzten Zügen meiner Erkältung und das Augenpflaster, das mir der Arzt gestern auf mein Auge gepappt hat, hab ich unerlaubterweise schon früher entfernt ("Antiallergische Pflaster? Nein, sowas haben wir hier nicht!" Zitat Arzt). Ja, ich habe eine chilenische Klinik getestet und meine Auslandskrankenversicherung in Anspruch genommen und muss sagen, gar nicht so übel die Clinica Alemana. Aber zum Glück wars nicht schlimm, ich hatte nur irgendwas riesiges in meinem Auge und wollte sichergehen, dass es nix Schlimmes ist, nachdem es wohl nach 20 Stunden von ganz alleine wieder rauskam. Ist auch schon fast wieder gut.

Die letzten Wochen waren ansonsten recht nervenaufreibend, aber schon um einiges ruhiger als der Anfang. Wir haben die Arbeitsgruppe für Marketing erfolgreich gewechselt, das ok bekommen, dass wir unsere Examen final früher schreiben dürfen und der Heimflug Ende Juni ist gebucht :-). Also kann ich schon fast den Countdown rückwärts anfangen.

Mittwoch, 19. März 2008

Chaos ohne Ende - Wie erhöhe ich mein Herzinfarktrisiko oder: So bekomme ich garantiert bald die ersten grauen Haare

So schauts aus...
Eigentlich sollte ich gerade zwei Kapitel aus Kotlers Marktingmanagement und ein Harvard Business School Paper lesen, bzw. schon lange gelesen haben, aber es fehlt, wie so oft, die Motivation.
Seit zwei Wochen hat hier das zweite Semester angefangen und so langsam, sehr langsam beginnt sich das Chaos aufzulösen, aber nicht ohne dass neue Stressfaktoren dazukommen.
Im Februar sollten wir unserer Koordinatorin unsere Kursliste schicken, was wir auch getan haben Nachdem irgendwie wohl ein Kurs dieses Semester nicht stattfindet und wir einen Alternativkurs gefunden haben und die Stundenüberschneidung mit einem anderen Kurs mit dem Professor geregelt hatten, sollte eigentlich alles klar sein. Pustekuchen... Wir sind noch in keinem Kurs offiziell eingeschrieben, das bedeutet in keiner offiziellen Liste der Uni und somit auch in keinem E-Mail Verteiler, die dafür da sind, uns armen Studenten Unterlagen zu senden bzw. uns Bescheid zu geben, wenn mal eine Stunde ausfällt! Also sind wir jetzt schon zum dritten Mal UMSONST 2 (!!!) Stunden in Transantiago, morgens im Hauptverkehr zur Uni gegurkt um zu erfahren, dass die Profe nicht da ist! Großer Spaß, vor allem, wenn das die einzige Stunde war, die wir an dem Tag hatten! Aber wir wissen ja: pobrecitos, pero no se preocupen, vamos a reglar todos! Zum Ausflippen!
Wenn man endlich mal rausgefunden hat, welche Unterlagen man braucht und wo man sie findet, muss man sie im Normalfall auch noch im Copyshop kopieren. Auch noch so ´ne Herausforderung, die unter Umständen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt! Nummer ziehen, ewig warten und wenn man Pech hat, wird die Nummer, die man hat einfach Übersprungen, also verursacht man ein Riesenchaos, indem man darauf besteht, dass man ja schon eine halbe Stunde wartet und jetzt eigentlich dran ist!
Und das Schlimmste diese Woche: im Café gab´s entweder keine Milch, oder die Kaffeemaschine war kaputt!!!!!
Und zu guter letzt, da wir ja jetzt die organisatorischen Sachen so gut wie geklärt haben, nachdem wir in der Fakultät schon persönlich bekannt sind, wurden wir endlich in die Wissenschaft der Gruppenarbeit in Chile eingeführt! Katastrophe!!!!! Präsentation fällig: Dienstag; Aufgabenstellung: eine Woche davor; erster Termin für ein Treffen der Gruppe: Donnerstag nach dem Tutorium (wir zwei Deutsche haben verstanden, dass in der Woche kein Tutorium stattfindet, die Chilenen haben darauf bestanden, dass der Profe gesagt hat, es findet statt): kein Chilene da, weder zum Tutorium noch zur Besprechung. Doof, dass der Chilene die Telefonnummern hat!! Samstag klingelt das Telefon: wir treffen uns Sonntag, er meldet sich wegen der Uhrzeit! Sonntag klingelt das Telefon: wir können uns nicht treffen, weil 2 von 6 Leuten nicht da sind, wir treffen uns Montag um 13 Uhr in der Uni, und wir sollen den Text bis dann lesen. Alles klar, Steffi und ich fahren extra wieder eine Stunde Transantiago. Die Gruppe war komplett um 13.30Uhr, sei ganz normal! Ratespiel: Wer hat den Text nicht gelesen? Haha, alle drei Chilenen natürlich! Das nächste Problem war, dass keiner die wirkliche Aufgabe kannte - also auf ins Büro der Tutorin (inzwischen hatten die drei den Text gelesen). Nachdem wir dann alles geklärt hatten, die drei immer noch nicht wirklich ´nen Plan hatten, haben wir dann um 15.30 Uhr mit der Arbeit angefangen! Das dauerte dann zwei Stunden, die Noten waren schlecht und die Laune am Boden!!! Den drei Jungs haben wir dann noch fünf Mal erklärt, dass das in Zukunft so nicht läuft und zum nächsten Treffen alle den Text gelesen haben und wir uns pünktlich treffen!!! Bin gespannt, das wäre dann Morgen!
Ich bin einfach zu ungeduldig für dieses Land hier! Aber es gibt zum Glück auch ein paar normale Menschen hier! Die Gruppe aus einem anderen Kurs macht irgendwie alles alleine, wir sollten eine Firma aussuchen, über die wir ein ganzes Semester eine Präsentation entweder über Entrepreneurship oder Outsourcing erstellen sollen, mit regelmäßigem persönlichen Kontakt. Wir wissen aber noch nicht mal, welche Firma das ist, weil die uns nichtmal das sagen! Tja, mal sehen!
Vielleicht war es besser, dass ich im ersten Semester ein bisschen später gekommen bin, somit hab ich das anfängliche Chaos nicht so mitbekommen, vielleicht lags auch einfach daran, das ich damals noch nichts verstanden habe, wer weiß...